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Rückblick: Destinazione Italia

Gernot Jäger entführte in eine historische Entdeckungsreise durch Italien. An ausgewählten Schauplätzen machte er sichtbar, wie prägend habsburgisches Wirken in Stadtbild, Verwaltung und gesellschaftlichem Leben bis heute nachhallt.

Gernot Jäger hatte für diese Begegnung mit dem Thema „Sulle orme di alcuni membri della famiglia d‘Asburgo in Italia“, eine sehr umfangreiche Materie ausgewählt, die er aber hervorragend bewältigte, wie sich bei der anschließenden, sehr lebhaften Diskussion, zeigte.

Er führte das Publikum zunächst nach Triest auf den Spuren von Karl VI und Maria Theresia: von der Piazza Unità d’Italia, über den Canal Grande, das Borgo Teresiano, zum Freihafen und dem Schloss Miramare, wobei er auch die Mehrsprachigkeit der Stadt und die Kaffeehausliteratur hervorhob.

In der Region Trentino – Südtirol wies er auf die Grenzbefestigungsanlagen, aber auch auf den österreichisch-ungarischen Baustil in den Städten hin.

Das Königreich Lombardo-Venetien wird erst durch den Wiener Kongress geschaffen: bedeutende Verteidigungsanlagen, wie das Quadrilatero (Verona – Mantova – Peschiera del Garda – Legnago) sind noch erhalten. Entscheidend war aber auch die Modernisierung der Verwaltung mit der Einführung des Katasters, sowie die Errichtung bedeutender Infrastrukturen.

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In Friaul (Udine) und Görz waren die adeligen Familien und ihre noblen Residenzen an der Grenze, sowie die mitteleuropäische Kultur und die Mehrsprachigkeit ein Thema. Die Modernisierung der Verwaltung, die Entwicklung der Eisenbahnverbindungen in Verbindung mit der Errichtung von Kasernen an einer problematischen Grenze wirkten noch lange nach. Die habsburgische Präsenz zeichnete sich hier aber auch durch eine Offenheit für den internationalen Handel und ein problemloses Zusammenleben unterschiedlicher Ethnien und Religionen aus.

Das Großherzogtum Toskana fiel 1737 nach dem Aussterben der Familie Medici an Franz Stephan von Lothringen, den Ehemann von Maria Theresia, der dafür sein Heimatland Lothringen an Frankreich abtreten musste. Er und sein Sohn Leopold haben tiefgreifende Reformen (Abschaffung der Todesstrafe!), Modernisierung von Verwaltung und Justiz, sowie Förderung von Landwirtschaft und Wirtschaft umgesetzt und der Toskana wieder alten Glanz zurückgegeben.

Das Herzogtum Parma, Piacenza und Guastalla fiel „als Wiedergutmachung/Trost“ (für die Heirat mit Napoleon I) an Maria Luisa von Habsburg. Gerne erinnert man sich hier der großen Wohltäterin, die Spitäler, Waisenhäuser und Bildungseinrichtungen ebenso förderte wie sie Maßnahmen gegen Hunger und Armut ergriff. Ihre Liebe galt der Musik und sie unterstützte das „Teatro Regio“ (das Opernhaus in Parma), setzte aber auch Maßnahmen zur Verbesserung von Straßen und Brücken. Sie war moderat und pragmatisch und fühlte sich als Italienerin. Viele Historiker vertreten die Ansicht, dass sie Parma in ein „kleines italienisches Wien“ verwandelt hat.

Text: DDolm. Trude Graue

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