041

Reiseberichte

Giornate FAI - Una visita a Trieste
23. März 2019

Es war nicht das erste Mal, dass die Dante Klagenfurt die Einladung des FAI (Fondo Ambiente Italiano) annahm, um sonst nicht zugängliche Kostbarkeiten des Nachbarlandes zu sehen. Waren es in der Vergangenheit der „Alte Hafen“ von Triest und wenig bekannte Palazzi in Udine, so stand den 30 Teilnehmern am 23. März das Museo Sartorio offen. Ein typisches Palais des Triestiner Großbürgertums aus dem 19. Jahrhundert, auf drei Etagen mit Garten und Meerblick (den man nur mehr aus bestimmten Fenstern erleben kann). Mit teilweise gut erhaltener Einrichtung und freigelegten Fresken, mit drei umfangreichen Bibliotheken und einer interessanten Küche (mit Speisenaufzug) und einem wunderschönen Musikzimmer. In diesem Haus hat man auch die umfangreiche Sammlung von Zeichnungen von Tiepolo hervorragend untergebracht, sowie zahlreiche Kunstschätze aus Kirchen und Klöstern aus Istrien, die in Rom restauriert worden waren.

tl_files/img/userbilder/reisen/tagesfahrten/FAI-Trieste 2019/k-DSC04668.JPG

Diese Kostbarkeiten wurden uns in sehr gutem Deutsch, bzw. gut verständlichem Italienisch von zwei „Ciceroni“ erläutert. Es waren 2 von insgesamt 60 Schülern aus 9 Schulen (AHS und BHS), die zu Fremdenführern für diese beiden Tage des FAI ausgebildet worden waren und ehrenamtlich zur Verfügung standen. Nach einem hervorragenden Mittagessen im Nuovo Antico Pavone (an den Rive gelegen) spazierten wir bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Piazza Goldoni, um am Nachmittag den Freimaurertempel zu besichtigen. Anders als in Österreich sind etliche Logen in Italien nach Hausdurchsuchungen, die in einigen von ihnen in Süditalien vor einigen Jahren stattgefunden haben, in die Offensive gegangen und öffnen nunmehr ihre Räume unter bestimmten Bedingungen dem Publikum. Nach einer kurzen Einführung und einem Film, wobei auch auf die nunmehr unterschiedlichen Formen unter den Logen hingewiesen wurde, betraten wir den „Tempel“ mit dem Sternenhimmel, den Säulen Salomons, dem schachbrettartigen Fußboden, der das Gute und das Böse, sowie die Dämmerung und das Licht symbolisiert. Auch alle anderen Symbole wurden uns bereitwillig erklärt.

tl_files/img/userbilder/reisen/tagesfahrten/FAI-Trieste 2019/k-DSC04689.JPG

 

Denn die „liberi massoni“ konnten lange Zeit hindurch nur im Geheimen tätig sein und verständigten sich mit den Symbolen. Während des Risorgimento (der italienischen Einigungsbewegung) waren sie die treibende Kraft und in den von der österreichischen Monarchie verwalteten Gebieten verboten und verfolgt. Mit vielen neuen Eindrücken und Informationen traten wir dann den Heimweg an. Unser Dank gilt vor allem Mariella Marchi, capo delegazione del FAI in Triest, und ihrem Mann Paolo für die Organisation dieses Tages, die äußerst geglückte Auswahl des Restaurants, sowie die Hilfestellung bei unserem Besuch und Dott. Silvio CassioWir hoffen, dass wir bald Gelegenheit haben werden, uns zu revanchieren.